Hintergrundinformationen

Zur Situation in Griechenland

Die Räumung Idomenis Ende Mai hat vor allem eins gebracht: Das Camp ist aus der Berichterstattung verschwunden – und mit ihm ein Symbol, stellvertretend für die Situation der Menschen auf der Flucht, die aufgrund von mit Zäunen und Militär verriegelten Grenzen in Griechenland festsitzen.

Verbessert hat sich die Lage jedoch nicht. Weiterhin bleiben zahllose Menschen obdachlos oder sind in vom Militär geführten Camps untergebracht. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) berichtet von unbegleiteten Minderjährigen, die von den griechischen Behörden mangels Alternativen in Gefängnissen untergebracht werden. Doch auch in den Camps ist die Versorgung meist nicht nur ungenügend sondern menschenunwürdig: In Massenunterkünften, teilweise ohne vernünftige medizinische und sanitäre Versorgung, harren die Fliehenden aus. Das schuldengeplagte Land ist heillos überfordert mit der Zahl der Menschen – UNHCR spricht von circa 57.000 Menschen in ihrer Obhut.

Die Menschen, deren Flucht aus ihrer Heimat ohnehin schon psychisch stark belastendend ist, warten so in Perspektivlosikeit und in dem permanenten Stress nicht zu wissen, wie es weitergeht. Und dass, nachdem sie ein lebensgefährliche Überfahrt über die Ägäis hinter sich haben – in der Hoffnung auf eine EU, die ihre Menschenrechte schützt. Doch Griechenland bietet keine Hoffnung, und die Grenzen werden sich in absehbarer Zeit nicht wieder öffnen.

Die von den Mitgliedsländern der EU zugesagten Aufnahmekontingente im Zuge des Relocation-Programms werden nicht eingehalten. Von den 63.302 zugesagten Aufnahmen erfolgten bis Juli nur 3.676. Deutschland verpflichtete sich zur Aufnahme von 17.209 – und nahm bis Oktober effektiv 195 auf. Währenddessen wurden in Deutschland im vergangenen Jahr in großem Stil Strukturen geschaffen, um die Aufnahme von Schutzsuchenden zu bewerkstelligen – Strukturen, die die Kapazität geben auch weiterhin Menschen aufzunehmen.

Quellen und weiterführende Links

Lage von Menschen auf der Flucht in Griechenland:

Relocation-Programm: